Rund 1.000 Kilometer Datenleitung liegen zwischen der Zentrale des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in Bonn und seiner Außenstelle im Naturparadies der Insel Vilm bei Rügen. Dort treffen sich unter anderem in der Internationalen Naturschutzakademie (INA) Experten aus aller Welt, um Fragen des Natur- und Umweltschutzes zu diskutieren. Zur besseren Vernetzung mit der Bonner BfN-Zentrale und dem Internet, nahm das BfN zum Jahresende eine neue Datenleitung von Vilm nach Bonn in Betrieb. Mittels Glasfaserkabel und Richtfunk sorgt das Bonner Telekommunikationsunternehmen bn:t Blatzheim Networks Telecom jetzt für eine sichere Highspeed-Verbindung von und nach Vilm.
Wissen weltweit vernetzt
Wer sich selbst auf den Weg zur Insel Vilm macht, nimmt eine lange Anreise in Kauf: Endstation für Bahn und Auto ist Lauterbach am Greifswalder Bodden auf Rügen. Dort geht es an Bord der INA hinüber zur Außenstelle des BfN auf der nicht einmal einen Quadratkilometer großen Insel, die selbst eines der ältesten und schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands ist. „Wir bringen hier auf Vilm nicht nur Experten auf wissenschaftlichen Tagungen, Seminaren und Workshops der INA zusammen und diskutieren wichtige nationale und internationale Naturschutz- und Umweltthemen. Mit den Fachgebieten „Biologische Vielfalt“ und „Meeres- und Küstennaturschutz“ arbeiten auch dauerhaft Kolleginnen und Kollegen an fachlichen und wissenschaftlichen Fragestellungen der Biodiversität, die auf schnellen Datenaustausch zum Beispiel mit der Bonner Zentrale des BfN oder dem Bundesumweltministerium angewiesen sind“, erläutert Dr. Michael Bilo, Abteilungsleiter Informationsdienste des BfN. „Gerade die wichtigen Kooperationen in Geodateninfrastrukturen basieren auf leistungsfähigen und zuverlässigen Netzen“, führt Bilo weiter aus.
Bandbreite für den Naturschutz
Eine kleine runde Antenne in sechs Metern Höhe, ein Schaltkasten, mehr ist auf den ersten Blick von der neuen Verbindungstechnik auf Vilm nicht zu sehen. Doch so unscheinbar die Lösung aussieht – sie besitzt große Kapazitäten: Mit 10 Millionen Bit pro Sekunde gehen die Daten per Richtfunk an einen Funkmast in der Nähe von Garz auf Rügen in 12,5 Kilometern Entfernung. Von dort laufen die Signale mit Lichtgeschwindigkeit auf fast 1.000 Kilometern Glasfaserkabel über Frankfurt nach Bonn in die Zentrale des BfN. „Mit der Kombination aus Glasfaseranschluss und Richtfunk ist der Standort Vilm für die Zukunft bestens gerüstet“, erklärt bn:t-Geschäftsführer Günther Blatzheim. „Die konstant hohe Bandbreite von 10 Mbit/s im
Down- und Upload, die bei Bedarf auch weiter erhöht werden kann, erlaubt die Übertragung großer Datenmengen, so dass Anwendungen wie Videokonferenzen und eine weitere Zunahme des Datenverkehrs problemlos bewältigt werden.“ Als technische Herausforderung erwies sich die Überbrückung der Strecke von Rügen nach Vilm, wie Günther Blatzheim erläutert: „Ein vorhandenes Seekabel konnten wir wegen des schlechten Zustands und mangelnder Kapazitäten nicht nutzen. Mit der Richtfunkverbindung hingegen sind wir von vorhandener Infrastruktur vollkommen unabhängig, können eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten und vermeiden Eingriffe in das sensible Ökosystem.“
Über bn:t
Die Geschichte von bn:t geht auf das Jahr 1989 zurück. Als Händler, später auch als Hersteller von Industriemodems hat sich das Unternehmen seither einen internationalen Ruf erarbeitet. Modems von Blatzheim arbeiten beispielsweise im Pariser Eiffelturm oder in Windkraftanlagen namhafter Hersteller.
Seit 1995 betreibt bn:t ein eigenes Telekommunikationsnetz für Sprach- und Datendienste. Unter anderem realisiert bn:t für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen, zum Beispiel Banken und Versicherungen, die sichere Vernetzung ihrer Standorte. 2007 begann bn:t, den Netzausbau in der Region für Telefonie- und Internetdienste voranzutreiben: Nach Meckenheim, Rheinbach und Bonn erschloss bn:t 2008 den Raum Euskirchen und erweitert sein Netz seither konsequent. Kern der regionalen Infrastruktur ist eine eigene Glasfaserkabel-Ringleitung, an die neue Standorte in der Region sukzessive angebunden werden. So stellt bn:t beispielsweise in bislang nicht versorgten Gewerbegebieten Hochgeschwindigkeits-verbindungen zur Verfügung. Geschäftskunden haben zudem die Möglichkeit, ihren Rechenzentrumsbetrieb ins Housing Center von bn:t in Bad Godesberg auszulagern.
Parallel dazu baut bn:t als dritten Geschäftsbereich das Privatkundengeschäft in der Region aus und bietet Internet- und Telefonanschlüsse an – unter anderem im eigenen Shop in Meckenheim. Dank der eingesetzten Technik liegt die Bandbreite der DSL-Anschlüsse häufig über denen der Wettbewerber. In vielen Ortschaften rund um Meckenheim, Rheinbach und Euskirchen ist bn:t zudem oftmals der einzige DSL-Anbieter.